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Prävention – eine Illusion ?!

Ab jetzt lebe ich gesund

© Marco2811 – Fotolia.com

 

Wie oft hört und liest man den Ruf nach breit gefächerter Prävention im Gesundheitsbereich.

Der Wunsch nach Erhalt des eigenen Wohlbefindens, der eignen Gesundheit ist ein Großer und die Vorsätze dafür (endlich) viel zu tun fällt meist in die Zeit des Jahresendes: „nächstes Jahr werde ich….dies und das tun…endlich auf meine Gesundheit schauen…endlich etwas für meine Gesundheit tun“. Wie so oft ist der Gedanke an das vermeintlich in der Zukunft erlebte und geleistete euphorisierend und inspirierend. Die Freude darüber endlich das anzupacken was allgemein als das höchste Gut schlechthin bezeichnet wird, ist entsprechend groß. Ich weiß es zwar nicht mit absoluter Sicherheit, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass die Verkaufszahlen von Fitnessartikel in der Zeit um den Jahreswechsel massiv steigen – der Vorsatz als (Kauf-) Motivator.

Eine weitere Vermutung meinerseits ist die, dass diese neu erworbenen Gesundheitsunterstützer, bereits im Februar irgendwo an einem unbekannten Ort verstauben….. Besucher dieses Blogs sind natürlich ausgenommen 😉

Weshalb ist das so?

Die Ursache wird meist im verlorenen Kampf gegen den inneren Schweinehund vermutet. Das stimmt in meinen Augen nur zum Teil.

Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir erst dann zu Veränderungen motiviert sind, wenn der „Schmerz“ so groß ist, dass er nicht mehr auszuhalten ist. Nun wird alles daran gesetzt diesen Zustand zu verändern, den Schmerz los zu werden. (Schmerz steht hier auch für körperliches und geistiges Unwohlsein). Sobald der Schmerz weniger wird oder sogar ganz verschwunden ist, verabschiedet sich auch häufig die Motivation für ein Weiterführen der verändernden Aktionen. Der Schmerz ist weg, also besteht auch kein Handlungsbedarf mehr und man kann zu den alten (lieb gewonnenen) Gewohnheiten zurückkehren.

In dieser oben beschriebenen Tatsache liegt meiner Meinung nach der Grund weshalb Prävention im Großen und Allgemeinen nicht funktioniert. Wenn es einem gut geht, spürt man keinen Grund etwas dafür zu tun um den aktuellen Zustand zu erhalten, denn dieser wird als „normal“ angesehen. Und es gab noch keine Erfahrung die gezeigt hatte, dass man dafür etwas tun, also verändern muss. Erst wenn einem die Gesundheit abhanden kommt, schätzt man sie und setzt man sich dafür ein. Ich habe als Kind den Satz :“Hauptsache gesund“ nie verstanden, denn gesund war ich eh und das war ja auch normal und gut so.

Prävention wird einem erst verständlich wenn man gesundheitliche Probleme hat. Dann ist die Motivation groß, diese Situation nie mehr zu erleben und es werden ein Zeit lang Aktionen gesetzt, die der Gesundheit zuträglich sind. Abhängig von der Schwere der Probleme, ist dieser aktive Zeitraum länger oder kürzer. Es gibt da leider nämlich noch ein „Problem“: man vergisst Schmerz. Man kann sich an den wirklichen Schmerz nicht erinnern, man weiss nur dass er schlimm war und es einem nicht gut ging. Vergessen heisst: nicht mehr im Gedächtnis abrufbar und somit nicht mehr vorhanden. Damit zusammen verschwindet auch leider die Motivation zu gesundheitsfördernden Maßnahmen – der Prävention

Aus diesen Gründen wird Prävention bei einem großen Teil der Bevölkerung nur schwer erfolgreich haben. Ich hege jedoch die Hoffnung, dass auch Dank der großen medialen Präsenz des Themas Gesundheit, immer mehr Menschen verstehen und wirklich begreifen, dass Gesundheit kein Zustand sondern ein Prozess ist in dem man sich befindet. Man kann jeden Augenblick in ihn eingreifen kann – sowohl positiv, als auch negativ. Ich hoffe und wünsche mir, dass viele Menschen den Spaß am Gesund-Sein erleben und genießen können und dadurch einen starken inneren Motivation finden, um die eigene Gesundheit auch erfolgreich zu pflegen!

Ich hoffe, Sie zählen zu dem Teil der Bevölkerung, der seine Gesundheit schätzt und auch ein wenig zum Erhalt beiträgt.

Ich wünsche Ihnen eine gesunde und erholsame Weihnachts- und Neujahrszeit.

Herzlichst Ihr

Körperfunktionalist

Johannes Randolf

Guten Rutsch 2015

1 Kommentare

  1. Maria R. sagt

    Ich hatte die Ehre sie in Hamburg (Gastrobizz) kennenzulernen. Ihr Vortrag war klare und einfache Sprache. Ihre Tipps (Verschraubung, etc) werden regelmäßig in unserer Turngruppe eingebracht. Ich hab ihr Buch gelesen und versuche so gut wie möglich ihre Anregungen im Alltag umzusetzen. Ich lerne gerne – es kommt ganz allein mir zu Gute. In Folge natürlich auch meiner Familie und und und! Vielen Dank und ich freue mich sehr, das es den Blog gibt!

    FROHE WEIHNACHTEN!!!

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