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Schmerz – eine geniale Einrichtung des Körpers

Mann mit Schmerzen Collage

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Ja, Sie haben richtig gelesen: der Schmerz ist eine geniale Einrichtung des Körpers.

Natürlich ist er primär für uns unangenehm und auf den ersten Blick nicht erkennbar wie er uns nutzen soll, doch hinter ihm steht ein ausgeklügeltes Sicherheits- und Alarmsystem unseres Körpers das FÜR uns und nicht GEGEN uns arbeitet. In dem Folgenden spreche ich nicht von Schmerzen die auf Grund eines Unfalls o.ä. auftreten, sondern von Schmerzen oder Beschwerden, die sich langsam in den Körper „einschleichen“, sie vielleicht schon länger vorhanden sind, aber erfolgreich über längere Zeit verdrängt wurden.

In diesem Augenblick, da Sie diesen Artikel lesen, arbeiten Billionen von Zellen daran, dass Sie sich gut fühlen, dass es Ihnen gut geht. Ihre Zellen kämpfen gegen Viren, Bakterien, versuchen das Schnitzel mit Pommes zu verarbeiten damit es Ihnen nicht auf den Magen schlägt, sie heilen kleinste Verletzungen in Muskelfasern, sie halten Ihren Säuregehalt des Blutes und des Verdauungsapparates auf einem gesunden Niveau. Kurzum, der Körper muss ständig Kraft aufwenden um Ihnen Ihr Wohlbefinden zu bereiten. Diese Kraft nennt man Kompensationspotential.

Jeder Mensch kommt mit einem gewissen Kompensationspotential auf die Welt und hat somit eine individuelle Kompensationsgrenze (siehe Abbildung 01).

Alles was unterhalb der Kompensationsgrenze passiert spüren wir nicht, nehmen wir nicht wahr. Alles was über diese Grenze liegt empfinden wir als Schmerz, Krankheit oder einfach Unwohlsein. Im Laufe des Lebens sammeln sich so einige Dinge an die der Körper ausgleichen muss. Hierzu zählen nicht nur die körperlichen sondern auch die psychischen Beschwerden, da diese auch IMMER einen physischen Output zur Folge haben. So haben z.B. depressive grüblerische Gedanken einen Säureausschuss im Körper zur Folge, weshalb dieser wiederum Kraft aufwenden muss, um die Säure zu neutralisieren. Zu viel Säure im Körper bringt verschiedenste Probleme mit sich u.a. Müdigkeit, Stress, Muskelverspannungen, Entzündungen in Gelenken oder an Sehnen bis hin zu Problemen der Magen- und oder Darmschleimhaut, wie Sodbrennen oder Verdauungsprobleme.

Wenn Sie Ihrem Körper, und somit sich selbst, immer wieder genug Zeit und Möglichkeiten zur Regeneration und zum Ausgleich bieten ist die Chance groß, dass sie keine Schmerzen und/oder Unwohlsein erleben müssen. Bekommt der Körper jedoch nicht genug Erholungszeit, stapeln sich die Ereignisse und Zustände, die er kompensieren muss. So nähern Sie sich stetig der Kompensationsgrenze und erreichen diese rascher. Wenn Sie schon sehr nahe an der Kompensationsgrenze sind und z.B. eine Erkältung hinzukommt, ist die Grenze überschritten und Sie erleben Schmerzen oder Unwohlsein.

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Das Interessante ist, dass der Körper nicht automatisch die Beschwerden an die Oberfläche bringen die als letztes hinzugekommen sind, sondern häufiger das präsentiert, was dem Körper am meisten Kraft kostet. So kann es eine, dass Sie z.B. als Kind auf Ihr Steißbein gefallen sind, und plötzlich mit 45 Jahren dort Schmerzen bekommen oder vielleicht Migräne (diese kann manchmal durch eine Verletzung am Steißbein Jahre später ausgelöst werden).

Der Schmerz ist ein Signal Ihres Körpers an Sie. Er ist die einzige Kommunikationsmöglichkeit die Ihre Körper mit Ihnen hat. Wenn der Körper alles kompensieren kann geht es Ihm und somit Ihnen selbst gut. Wird es für ihn zu viel braucht er Ihre Mithilfe und das kommuniziert er Ihnen mittels Schmerzen.

Häufig wird Schmerz als Folge von zu Viel von dem Falschen gesehen. Jedoch ist er noch häufiger eine Folge von zu Wenig von dem Richtigen. In meiner Arbeit erlebe ich Probleme am Bewegungsapparat häufiger als Resultat von zu wenig von dem Richtigen.

Die Ursache von Schmerzen, die nicht auf Grund eines Unfalls o.ä. auftreten oder aufgetreten sind (sogenannte „chronische degenerative Beschwerden“), ist so gut wie nie dort wo sich der Schmerz befindet. Um dauerhaft von Beschwerden befreit werden zu können, gilt es stets die Ursache zu finden-und hier ist die klassische „herkömmliche Sichtweise“ der Ursachen von Schmerzen nicht wirklich befriedigend.

Als Beispiel sei hier nur der Beckenschiefstand genannt, der allzu oft nicht ausreichend beachtet wird, jedoch Ausgangspunkt von zahlreichen Beschwerden sein kann, wie z.B.: Bandscheibenprobleme in der Lendenwirbelsäule, Fersensporn, Hüft und Leistenschmerzen, Fußschmerzen, Nackenbeschwerden – um nur einige zu nennen.

Wird der Beckenschiefstand nicht richtig therapiert, sind Probleme vorporgrammiert.

Wie auch immer Sie den Schmerz interpretieren, er ist ein Hinweis dafür, dass eine Veränderung gefragt ist. Sie sollten so handeln, dass sie den Körper bei seinen Regenerations- und Heilungsprozessen unterstützen.

Der Griff zu Schmerzmitteln bringt zwar eine schnelle Erleichterung, ist jedoch nicht wirklich eine adäquate Lösung. Dadurch wird der Schmerz nur hinuntergedrückt, aber nicht aufgelöst. Ihr Körper wird sich einen anderen Ort oder Zeitpunkt suchen, um erneut den Kommunikationsversuch zu starten. Ich habe leider schon sehr viele Menschen erlebt, die den Schmerz so lange weggedrückt haben, bis im Körper zu einem massiven Kollaps kam und dadurch etwas unwiederbringlich kaputt gegangen ist, wie z.B. eine Bandscheibe, ein Meniskus etc.

Aus diesem Grund lohnt es sich, hinzuhören und hinzuschauen, was einem der Körper sagen möchte.

Manchmal braucht es dazu nicht nur eine Übung zwischendurch, sondern es bedarf eines Umdenkens gewisser Lebenssituationen. Es gilt die täglichen Entscheidungen zu überdenken.

Sie treffen täglich eine Vielzahl von Entscheidungen derer Sie sich vielleicht gar nicht bewusst sind:

„Trinke ich ein einen Café Latte (der mich schon zu Beginn des Tages übersäuert und dem Körper sehr viel Kompensationskraft kostet) oder doch besser ein Glas warmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone (was einem Basencocktail am Morgen gleichkommt)?“

Das sind nur einige der vielen hunderten Entscheidungen die Sie täglich treffen.

Die Qualität Ihrer Entscheidungen bestimmt, wie Sie sich in Ihrem Körper fühlen.

Treffen Sie jeden Tag nur eine neue qualitativ hochwertige Entscheidung und sie werden Tag für Tag gesünder, vitaler und werden weniger Schmerzen haben.

Es sollten keine zu großen Entscheidungen sein, die man voll motiviert trifft, jedoch dann in weitere Folge nicht umsetzt, weil sie nicht alltagstauglich sind und eine zu große Veränderung darstellen.

Ihr Körper ist froh um jede richtige Entscheidung und auch dankbar für kleine Impulse.

Nehmen Sie sich kleine Entscheidungen vor, die sie leicht umsetzen können und der Erfolg wird nicht ausbleiben.

Alles Gute

Ihr Körperfunktionalist

Johannes Randolf

1 Kommentare

  1. Fritz Kraus sagt

    Sehr geehrter Herr Randolf!

    Durch einen Zufall-Herr Sigel hatte einen Hinweis auf ihre Ansichten gegeben!-bin ich nun auf den Weg?.? Weiß noch nicht genau wie – zu in diese Idee des Körperfunktionalisten vorzudringen

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